Prof. Dr. Ulrike Liedtke
Für bürgernahe Politik, Wahrhaftigkeit und Vertrauen

5 Fragen der Märkischen Allgemeinen Zeitung

2.9.

Verträgt das Ruppiner Land noch mehr Windräder?

Nein. Bereits jetzt ist Brandenburg „Bestes Bundesland Erneuerbarer Energien“, OPR stellt schon 21 % aller Windeignungsflächen im Land. Dieser richtige, konsequente Weg führt 2030 zu einem 40%igen  Anteil erneuerbarer Energie am Endenergieverbrauch. Aber: die Regionalplaner stehen vor schwierigen Fragen – die 66  Kriterien für neue Eignungsgebiete müssen den Menschen in den Mittelpunkt stellen, touristische, kulturelle und privatwirtschaftliche Schwerpunkte berücksichtigen. Technisch zu klären sind u.a. die Speicherung und Ableitung der Energie, der Netzausbau auf allen Spannungsebenen und Umbau zentraler Großkraftwerke auf dezentrale Energieversorger, der Ersatz bereits bestehender Anlagen durch leistungsstärkere, auch leisere Windräder. Finanziell fehlt der bundesweite Lastenausgleich - die zukunftsorientierte Entscheidung für mehr Windenergie darf nicht mit höheren Strompreisen bestraft werden. Offen sind auch Fragen der Baugesetzgebung, zur Abstandsbestimmung von Windrädern und besiedeltem Raum. Kurzum: Ohne Akzeptanz der Bevölkerung keine neuen Windräder!

3.9.

Welche Erwartungen verknüpfen Sie mit der in Gründung befindlichen medizinischen Hochschule Brandenburg "Theodor Fontane"?

 Neuruppin ist Vorreiter – im ganzen Land Brandenburg gibt es bisher keine Ärzteausbildung. Mit 45 Studenten der Medizin und der Psychologie soll es zum nächsten Sommersemester losgehen und ich bin sicher, dass sich schnell weitere Studiengänge anschließen werden. Diese Uni ist eine Entwicklungschance für die gesamte Region. Versorgungsforschung ist ihr Schwerpunkt, der künftige praktisch tätige Arzt wird professionell von erfahrenen Ärzten der Neuruppiner Kliniken und des Städtischen Klinikums Brandenburg ausgebildet. Daneben sind neue strukturelle Ideen für ein Gesundheitssystem im dünn besiedelten Raum mit Arztpraxen, Krankenhaus und Rettungsdienst zu erwarten. Die Uni wird interessant für die pharmazeutische Industrie, für Gesundheitsfachberufe und Gesundheitshandwerk. Die Studenten absolvieren alle zwei Wochen einen Tag in der Arztpraxis, lernen Region und Menschen direkt kennen, können sich vorbereiten auf ihre spätere Arbeit, am besten bei uns. Und das abendliche Stadtbild Neuruppins wird sich verändern! 

4.9.

Als Landtagsabgeordneter müssen Sie landesweit denken. Welche Rolle spielt da für Sie das Ruppiner Land und was würden Sie als Erstes für die Region anschieben?

Zuhause bin ich dort, wo ich mich wohl fühle, Freunde, Arbeit und gute Musik habe. Also im Ruppiner Land - und für die Menschen hier und ihre Zukunft möchte ich im Landtag wirken. Meine Hauptgebiete sind Bildung, Kultur und Wirtschaft, weil nur hochwertige und kontinuierliche Bildung von der Kita bis zum Beruf jungen Menschen eine Zukunft ermöglicht, weil Kultur und kulturelle Bildung das Leben des Einzelnen bereichern und nach wie vor eine Region maßgeblich prägen. Wirtschaft siedelt sich an Bildungs- und Kulturstandorten an und investiert in die Zukunft durch Förderung von Bildung und Kultur. Parallel dazu muss ich Mehrheiten finden für Wahlversprechen auf verschiedenen Gebieten – Gesetzgebungen zur Windenergie, zur medizinischen Versorgung und zur Förderung des Ehrenamtes sowie Lösungsvorschläge zu Stärkung der Kommunen, zur Strukturförderung und kommunalen Daseinsfürsorge, insbesondere zur Mobilität der Bürger stehen an.    

5.9.

Welche Rolle spielt Neuruppin für den Norden des Landes bei einer Kreisfusion?

Der Wirtschaftskern Neuruppin als Behördenstandort mit dem Krankenhaus als größtem Arbeitgeber, mit drei Gerichten, einer faszinierenden Stadtbildentwicklung und mit florierender Wirtschaft kann dabei nur eine besondere Rolle spielen. Zukünftig gedacht: eine Universitätsstadt mit Medizinischer Fakultät entwickelt schneller Eigendynamik als Behörden!

Die Vorschläge für eine nächste Kreisgebietsreform sind sorgsam zu prüfen – das braucht Zeit und Bürgerbeteiligung. Betreiben wir also keine  Kaffeesatzleserei, sondern lassen vorerst die betroffenen Regionen verhandeln. 

6.9.

Wie und wie schnell kann man das Ruppiner Land besser an Berlin anbinden?

Grundsätzlich wünsche ich mir ein selbstbewusstes Ruppiner Land, stark und dynamisch in seiner eigenen Entwicklung. Gerade das Besondere unserer Region gilt es herauszuarbeiten und auch wirkungsvoll zu vermarkten. Zusammenarbeit ist immer gut, angebunden sein nicht. 

Verkehrstechnisch gedacht sind direkte und schnelle Zugverbindungen nach Berlin und aus der Hauptstadt in die Region ganzjährig notwendig, um den Straßenverkehr zu entlasten und Menschen ohne Führerschein die Reisen zu ermöglichen. Entscheidungen zur Linienführung des RE 6 stehen ebenso an wie eine dauerhafte Lösung zum Zugverkehr zwischen der touristisch stark frequentierten Stadt Rheinsberg und Berlin.